Interview
1. Lieber Herr Ani, "Wer lebt, stirbt" ist der Start einer neuen Krimireihe um den blinden Ex-Kommissar Jonas Vogel.
Eine sehr ungewöhnliche Idee - was steckt dahinter?
Ausgangsidee war, eine Mischung aus Polizei- und Familiengeschichte zu schreiben. Vater, Mutter, Sohn und Tochter,
ganz unspektakulär. Allerdings kämpfte die Mutter innerlich von Anfang an mit dem Beruf ihres Mannes, sie hatte Angst
um ihn, sie redete sich Gefahren ein, von denen ihr Mann sie nur schwer abbringen konnte. Und dann geht auch noch ihr
Sohn zur Polizei, er will unbedingt zur Mordkommission, darf dort aber aus Gründen der Dienstvorschriften nicht arbeiten,
weil Verwandte nicht in derselben Abteilung tätig sein können. Erst als sein Vater erblindet und aus dem Dienst ausscheiden
muß, erhält der Sohn die Chance, seinen Berufswunsch zu erfüllen. So vermischt sich ständig das Private mit dem
Beruflichen, wobei auch noch die Tochter als engagierte Songschreiberin ihre Meinung zu polizeilichen
Angelegenheiten öffentlich kundtut. Außerdem: So viele blinde oder sehbehinderte Menschen finden sich im
beruflichen Alltag zurecht, warum nicht auch ein Kommissar?
2. Welche Eigenschaften und Fähigkeiten zeichnen Jonas Vogel besonders aus?
Er kann Stimmen sezieren wie ein Pathologe einen Körper. Das konnte er übrigens auch schon vor seiner Erblindung.
Er ist zielstrebig, sehr selbstbewußt, ein nüchterner Analytiker. Er findet sich schnell mit ungewöhnlichen Situationen
zurecht, was ihm besonders nach seiner Erblindung zugute kommt.
3. Max Vogel tritt in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitet nun eng mit ihm zusammen. Bietet dies nicht reichlich Konfliktpotential?
Die Zusammenarbeit zwischen Sohn Max und seinem Vater Jonas Vogel basiert auf einer tragischen Grundlage: Erst
dadurch, daß Jonas nach seinem schweren Unfall aus dem Dienst ausscheiden muß, erhält Max die Chance zum beruflichen
Wechsel, den er seit jeher anstrebte. Darüber hinaus ist von Haus aus ein ehemaliger Kommissar, der ständig in seinem
alten Dezernat herumschleicht, weil er nicht so genau weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll, für alle anderen
eine Belastung. Aber erst ein blinder, ehemaliger Kommissar ...
4. Jonas und Max Vogel ermitteln - wie auch bereits Tabor Süden - in München. Was gefällt Ihnen besonders an München?
Könnten Sie sich vorstellen, woanders zu leben?
Meine Romane spielen fast alle in München, weil ich hier lebe. Es sind Geschichten aus der großen Stadt. Würde ich in Berlin,
Hamburg oder Köln wohnen, wären meine Figuren dort verwurzelt. An München gefallen mir soviele Dinge, die mir am nächsten Tag
zuwider sind und auf die ich wiederum am übernächsten Tag überhaupt nicht verzichten möchte, daß ich mich nicht auf Einzelnes
festlegen kann.
5. Gibt es einen Protagonisten in Ihren Büchern, der Ihnen am nächsten kommt?
Mir kommen alle meine Figuren nah. Sie sind Stimmen von mir, für die mir der Atem fehlt.
6. Eine letzte Frage: Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Wenn ich nicht schreibe, lese ich, verbringe viel Zeit in gastronomischen Betrieben und frage mich, warum ich hier rumstehe anstatt zu schreiben.
nach oben
 |
|
Ani, Friedrich
Wer lebt, stirbt
ISBN 978-3-423-20988-5
Euro 7,95 [D]
» weiter
|
»Mein Name ist Jonas Vogel. Ich jage Mörder, und ich bin blind.«
Mit seinem Orientierungssinn führt er Einsätze auf unbekanntem Terrain zu überraschenden Erfolgen. Sein räumliches ...
|
 |
|
Ani, Friedrich
Wer tötet, handelt
ISBN 978-3-423-21061-4
Euro 7,95 [D]
» weiter
|
»Hilfe! … Er bringt sie um …!«
Der blinde Jonas Vogel ist gerade auf dem Nachtspaziergang mit seinem Hund, als ihn die Hilferufe eines am Straßenrand liegenden Verletzten hochschrecken ...
|
 |
|
Ani, Friedrich
Die Tat
ISBN 978-3-423-21198-7
Euro 7,95 [D]
» weiter
|
Eine einfache gelbe Kordel aus Strohseide, bis auf die Farbe identisch mit den Kordeln aus den anderen Mordfällen: Ist die 38-jährige Sonja Piers das dritte Opfer eines Serienmörders, ...
|
| |
nach oben